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Wie alles begann...

Irgendwann in der zweiten Novemberwoche 2007 entdeckte ich im Internet zufällig dieses Bild mit folgendem Text.

Rocky im Tierheim

Dieser Bordercollie(mix) ist 3 Jahre alt. Er wurde als Kettenhund (in Österreich!) gehalten. Er ist noch sehr dünn, und wird von uns aufgepäppelt. Er ist sehr gutmütig, und trotz seines harten Schicksals sehr freundlich zu Menschen, und für jede Streicheleinheit dankbar.


Nunja, wir planten nicht unbedingt, uns einen Hund zuzulegen und außerdem stand dort Kettenhund was ich für mich mit verhaltensgestört gleichsetzte. Aber das Bild, dieser Blick lies mir tagelang keine Ruhe, es gab auch ein kurzes Video, dass ich mir geschätze 300x angeschaut habe. Am folgenden Dienstag habe ich die zuständige Dame vom Tierschutzverein Klosterneuburg angerufen und sehr lange mit ihr über den Hund gesprochen.

Und was sie mir erzählt hatte, habe ich nicht erwartet, bzw. doch irgendwie heimlich erhofft. Er sei sehr friedlich und freundlich, die ersten Tage sei er im Kreis gelaufen, aber das hätte sich schon gelegt. Mittlerweile sei er kastriert und gewöhnt sich an ein Leben ohne Kette und mit ordentlichem Futter.

Am Mittwoch in der Früh habe ich meinem Mann das Foto gezeigt. Wir vereinbarten einen Besuchstermin bei Rocky für den folgenden Samstag.
9.1.08 12:22


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Der Besuch

Am 17. November haben wir Rocky in Horn besucht. Auf den Fotos (leider war es recht düster) sieht er recht bullig aus, das ist aber nur Fell. Gefühlt ist er nur Haut und Knochen. Ich war ziemlich aufgeregt, würde er uns zugehen, wie würde er sich verhalten?

Rocky im Tierheim


Rocky im Tierheim


Wir durften mit ihm spazieren gehen und haben auch gleich die ersten Tipps bekommen. Wie hindert man einen Hund am hochspringen (das war aber nicht der Rocky, sondern ein anderer Hund), was mach ich, wenn er nach den Leckerchen allzu gierig schnappt...

Rocky beim 1. Spaziergang


Rocky beim ersten Spaziergang


Danach haben wir Sabine noch ungefähr eine Stunde aufgehalten und tausend Fragen gehabt.

Kommentar meines Mannes bei der Heimfahrt: "Eigentlich hätten wir ihn gleich mitnehmen können..."
9.1.08 19:21


Der Hund aus dem Kofferraum

Wieder daheim angekommen, haben wir ein wenig überlegt. Vom Gefühl her war klar, das passt. Doch wir hatten noch nie einen Hund, werden wir klar kommen? Die Tatsache, dass er zum Probewohnen kommt, hat mir aber die Sicherheit gegeben zuzusagen. Vertragen wir uns wirklich nicht, kann er wieder zurück. Vor allem machte ich mir um unsere Kaninchen Sorgen, die in einem Aussengehege im Garten leben.

Uschi und Ranger auf der Kaninchenranch


Am Montag haben wir zugesagt und waren dann erst mal bei Fressnapf zum Großshopping. Eine Verkäuferin hat sich unserer erbarmt, als sie merkte, dass wir uns überhaupt nicht auskennen und hat uns durch die Filiale begleitet.

Am 22. November war es soweit. Rocky wurde von Sabine nach Klosterneuburg gebracht. Eine Kusine, die wir am Vortag bei einer Familienfeier getroffen hatten, wohnt in Klosterneuburg und hat es sich nicht nehmen lassen unser neues Familienmitglied anzuschauen. Sie hat von uns auch dieses Foto gemacht.

Rocky Übergabe in Klosterneuburg


Ich unterschrieb den Schutzvertrag und bekam noch für drei Tage Antibiotika wegen der Kastration. Hm, und wie gibt man einem Hund Tabletten fragte ich ganz unerfahren. Ganz einfach meinte Sabine, mit Eckerlkäse. Klappte ganz hervorragend!

Nun standen wir vor der nächsten Hürde. Nach Verabschiedung von allen gingen wir zum Auto und wollten heimfahren. Schließlich warteten daheim ja schon drei neugierige Kinderlein. Doch Rocky entschied, dass er nicht mehr Auto fahren wollte. Erst mit Hilfe von Sabine bekamen wir ihn ins Auto.
9.1.08 19:36


Die ersten Tage...

Daheim angekommen war Gassi gehen dringend notwendig, schließlich war der Arme lange im Auto und außerdem aufgeregt. Dann folgte er uns zögerlich aber doch über die paar Stiegen ins Haus. Sein erster Blick fiel auf unseren großen Sohn, der mit einem Teller in der Hand dastand. Obwohl das Essen ja nicht für ihn war, Rocky war beeindruckt. Und so aufgeregt uns nervös, er hechelte die ganze Zeit, rannte unruhig herum und war ziemlich verwirrt. Gefressen hat er trotzdem sehr brav. Das sollten wir schnell lernen, wahrscheinlich bedingt durch schlechte Fütterung ist dieser Hund gierig auf Futter, das ist kaum zu glauben. Irgendwann ließen wir ihn dann in den Garten, dort war er etwas ruhiger. Soweit wir wissen, war er früher immer draußen. Um 11 Uhr am Abend hat er sich, völlig übermüdet, endlich einmal kurz niedergelegt. Doch sobald wir uns auch nur ein bisschen auf dem Sofa bewegten, stand er sofort wieder auf. Noch wusste ich nicht, dass ich seit diesem Tag einen schwarz-weißen Schatten habe... Um Mitternacht waren wir dann beide ziemlich müde und wollten schlafen gehen. Hund war im Körbchen und wir gingen hinauf. Von oben hörte ich ein leichtes Winseln, doch auch ich war erschöpft und bin eingeschlafen. Rocky wohl auch. Um fünf Uhr in der Früh hörte ich ihn wieder und bin mit ihm raus spazieren gegangen. Offenbar hatte er Angst von der Leine, doch mit Leckerlis und gutem Zureden gings.

Am ersten Tag hat mein Mann frei und macht einen langen Spaziergang mit ihm. Am Nachmittag kam meine Bügeldame. Ich wusste nicht, ob sie Hunde mag. Sie schaute ihn erstaunt an, meinte: "...warum so große Hund, soviel Arbeit? Aber ich liiiieeebe Collie!" Das Thema war erledigt, sie mögen sich. Nach dem Wochenende hoffte ich, dass Rocky sich soweit eingewöhnt und erholt hat, dass er ein Bad verträgt. Das war meiner Meinung nach dringend notwendig. Bürsten hat er sich davor schon brav lassen. Ein wenig habe ich gezögert, ob ich vielleicht doch lieber zur Obfrau vom TSV Klosterneuburg in ihren Hundesalon fahren soll. Doch dann dachte ich mir, geh, das kannst du immer noch machen, probier es doch selbst. Ein paar Leckerlis in die Dusche geworfen, Hund angeleint und los gings. Abgebraust, zur Sicherheit gleich in ein Flohshampoo investiert und abgespült. War schnell erledigt, ich erleichtert und Hund sauber.

Am Dienstag musste ich wieder arbeiten gehen und für Rocky war es der erste Tag länger alleine daheim. Mein Mann fuhr gegen neun Uhr weg. Im Büro bin ich unruhig, ob ja alles gutgeht. Am Vortag habe ich Rocky den Nachbarn vorgestellt und ihnen erklärt, was für ein fürchterlich armer Hund das ist und wenn er bellt oder jault, dass sie doch Verständnis haben sollen.

 Punkt 11 Uhr komm ich heim, Rocky hört mich nicht, er liegt im Garten und schläft. Die Sonne scheint. Ich beginne zu kochen und erst um 12.30 Uhr ist er wach und wir machen einen Spaziergang.

Die Kinder waren begeistert von ihm. Sogar unser Jüngster, der Tage vorher noch geweint hatte, weil er doch viel lieber einen Schäferhund hätte... Rocky von den Kindern offenbar weniger. Natürlich, Leckerlis durften sie ihm schon geben. Und die Kinder waren es auch, die ihm "Sitz" begeibracht hatten. Doch offenbar ist er soviele Leute nicht gewohnt, manchmal ist es ihm zuviel. Er beginnt nach ein paar Tagen, die Kinder manchmal anzuknurren und hat auch ein paar Mal geschnappt. In die Luft, wohlgemerkt. Ich war ein bisschen verzweifelt. Sonst ist er lieb, kuschelbedürftig und brav. Unsere Kinder sind ja schon größer, sie haben sich auch sehr zurückgehalten, ihn nicht bedrängt etc.

Mit dem TSV Klosterneuburg vereinbaren wir eine Verlängerung der Probezeit. Ich höre ungefähr tausend Theorien, warum er das macht. Dominanz, schlechtes Erlebnis mit Kindern beim Vorbesitzer, Rangordnung... Rückblickend glaube ich, es ist schlicht und einfach Angst. Angst hat Rocky vor vielen Dingen. Anderen Hunden, Auto fahren, Stiegen in Gebäuden...

14.1.08 10:55


Ausflüge

Nach zwei Wochen waren wir beim Tierarzt, impfen und chippen lassen. Impfen war kein Problem, beim Chippen hat sich die Tierärztin den Chip fast selbst implantiert und sich die dicke Nadel ordentlich in den Finger gerammt. Das Problem war, nachdem Rocky erst freundlich war, dann aber doch geknurrt hat, hat sie ihm einen Maulkorb gegeben. Das kannte er nicht und wollte das Ding sofort wieder unten haben und das hat ihn mehr aufgeregt als alles andere. Naja, mit Keksi hat er sich nachher beruhigt, wir haben ihn gewogen (27kg) und er durfte schon mit meinem Mann raus, ich musste noch einige Formulare für die Registrierung ausfüllen etc.

Als ich aus den Ordination kam, bot sich mir folgendes Bild, leider hatte ich keine Kamera. Auto mit offener Heckklappe, mein Mann sitzt am Rand vom Kofferraum, Hund sitzt vor dem Auto. Er will nicht einsteigen. Doch Dank der Bestechlichkeit dieses futtergierigen Hundes hat sich das mit ein paar Leckerli schnell geändert.

Ein paar Tage später machten wir unseren ersten Ausflug am Bisamberg. Ins Auto springt Rocky mittlerweile ohne Probleme und Leckerli. Und die Fahrt ist ja nicht weit, nicht einmal 10 Minuten. Wir gehen vom Parkplatz über Falkenberg und Gamshöhe bis zur Elisabethhöhe. Inzwischen haben wir auch eine Laufleine und der Hund kann sich ein wenig austoben. Im Gasthaus machen wir kurz Rast und essen eine Suppe. Zum Glück ist die Gaststube fast leer. Hund steht neben mir und denkt nicht daran sich niederzulegen. So wie ich mir das vorstelle, Hund liegt unter dem Tisch und döst bis Familie fertig, so läuft das leider nicht. Insgesamt sind wir rund drei Stunden unterwegs, anschließend brauchen alle ihren Schönheitsschlaf.

14.1.08 11:32


Tüchtiger Hund

Wenn ich mir das bisher geschriebene so durchlese, klingt das, als ob es nur Probleme gibt. Aber das stimmt nicht, sie beschäftigen mich nur mehr. Im Laufe der Zeit hat sich Rocky recht gut eingelebt, wir haben viel Freude mit ihm. Er ist daheim nicht mehr nervös, sondern liegt entspannt, genießt, dass er gestreichelt wird. Das Schatten-Spielen hat er noch nicht aufgegeben, aber das ist ja nicht so schlimm. Die Kinder knurrt er nur mehr ganz selten an, dann lassen sie ihn sofort in Ruhe und gut ists. Wenn man sich die Umstellung vor Augen hält, die der Hund in den letzten Wochen zu verkraften hatte, vom Besitzer weg, ins Tierheim, konfrontiert mit vielen anderen Hunden, Kastration und anschließend zu uns (auch wenn wir es gut meinen) macht er es doch gut!

Wir haben einen netten Bekannten mit Hundetrainerausbildung gefunden, der sich ein paarmal mit uns trifft, bis die Hundeschulen im Frühjahr wieder beginnen. Da kann sich Rocky ordentlich austoben und mit dessen Hündin spielen. Nebenbei lernen wir, wie man dem Hund etwas beibringt. Sitz, Platz, Fuss.. heißt es jetzt. Und Rocky lernt spielen. Das ist ganz wichtig, da er bis jetzt offenbar kein Spielzeug hatte. Klar, Leckerlis interessieren ihn weiterhin mehr, doch er freut sich auch, wenn man mit ihm im Garten spielt. Die Kommandos klappen manchmal gut, manchmal hat man den Eindruck, dass es ihn überhaupt nicht interessiert.

An der Leine geht er schon viel besser als am Anfang, er zieht nicht mehr so stark.

In den Weihnachtsferien wollten wir daran arbeiten, dass Rocky uns im Alltag begleitet. Der Ikea Besuch verlief nicht unproblematisch. Da hat er sich aber selbst reingeritten  Wir wollten ihn gar nicht mitnehmen, aber er hat solange rumgewinselt beim Anziehen, dass er mitdurfte. Wir wollten nur kurz etwas anschauen und nichts kaufen, sollte also nicht lange dauern und Autofahren könnten wir auch gleich wieder üben. Warum also nicht? Weil...Bis jetzt war Rocky ohne Probleme Stiegen gegangen. Im Freien, wie wir nachher festgestellt haben. Bei Ikea war er schon hinauf sehr aufgeregt und ist oben angekommen ausgerutscht, weil er so hektisch war. Beim Hinuntergehen hat er sich ein paar Meter vor der Stiege hingelegt und war nicht zu bewegen, hinunterzusteigen. Mit Hilfe eines im Restaurant erworbenen Semmerls konnten wir ihn zum Aufzug lotsen, durch die Halle bis zum Auto.

Silvester war er durch den Geruch eines Spanferkels, zu dem er nicht durfte, auch nicht gerade entspannt. Daheim wäre er vielleicht besser aufgehoben gewesen, doch wir mussten aus familiären Gründen bei dieser Feier helfen und wollten ihn nicht alleine lassen. Knallerei störte ihn nicht, wird jedoch eine Rakete in der Nähe abgeschossen fürchtet er sich vor der Zischlauten und blinkenden Lichtern. Als ausgleichende Gerechtigkeit hat er am nächsten Tag beim Restlessen doch noch ein Stück vom Schwein erwischt, bevor ich etwas dagegen tun konnte. Aber ich finde, das hatte er sich irgendwie verdient.

Rocky in Laxenburg
14.1.08 12:23


Rockys beste Freundin

Rocky hat eine allerliebste Freundin, sie heißt Emma. Emmahund dich mag er natürlich auch, aber in der heutigen Geschichte geht es um Emma, unsere 84-jährige Nachbarin. Ich kenne sie, seit ich ungefähr acht Jahre alt bin (OK, das macht dann rund 30 Jahre, für alle, die das jetzt wissen wollen). Sie liebt Kinder und sie liebt Hunde. Meine Kinder lieben sie und die Hunde in der ganzen Umgebung lieben sie auch, wissen sie doch, in ihren Taschen sind immer Leckerlis. Auch so manche Tafel Schokolade wandert über den Zaun in Kinderhände. Die Kinderhände sind im Laufe der Jahre ganz schön groß geworden, aber Emma und Schokolade mögen sie noch immer....
Heute nach dem Spaziergang wollte ich noch ein wenig mit Rocky im Garten spielen und üben. Doch daraus wurde nichts, Emma hatte ein Stück "Hundekauirgendwas" über den Zaun geworfen und Rocky es sofort entdeckt. Und ich war Luft für den Hund, der seelig daran kaute.
18.1.08 08:59


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